Gedichte
PILGERREISE
Während der letzten fünf Jahre seines Lebens hat Hendri Spescha, mit Unterbrüchen allerdings, hartnäckig versucht, ein grösseres dichterisches Werk zu schaffen. Sein Ziel war es, jedem Monat des Jahres ein Gedicht zu widmen. Es war ein Wunsch und ein Wille, im Gegensatz zu den meisten seiner anderen Zyklen nun ein Werk mit längerem Atem zu schaffen. Das Thema, auch von anderen Dichtern behandelt, lässt ahnen, dass Hendri Spescha hier seiner persönlichen Erfahrung der Zeit, der Lebenszeit, Ausdruck verleihen wollte. Zugleich gab er sich hier einen Rahmen, innerhalb dessen er seine Gedanken, Ängste, Hoffnungen und Überzeugungen frei vorbringen konnte.
Der Versuch wurde durch den Tod des Dichters jäh unterbrochen. Im Manuskript lagen zu diesem Zeitpunkt vier Gedichte vor: eine Widmung, an den zukünftigen Leser gerichtet, dem Hendri Spescha als einem Mitpilger die Hand reicht, dann die Gedichte zu den drei ersten Monaten des Jahres: Januar, Februar, März.
Sein Sohn Flurin Spescha hat es mehrere Jahre nach dem Tod seines Vaters unternommen, diese vier Gedichte als Fragment in einer grossformatigen Broschüre herauszugeben. Diese wurde zum zehnten Jahrestag des Todes von Hendri Spescha an den Literaturtagen in Domat/Ems dem Publikum zugänglich gemacht. Die Gedichte fanden selbstverständlich in dem Band Uss/Jetzt ihren Platz, und zwar ebenfalls in deutscher Sprache, in einer Flurin Spescha zu verdankenden Übersetzung.