Hendri Spescha signatur

Hörspiel

E TUT QUEI CHE NUS VEIN DE RETSCHEIVER

Im Sommer 1955 zogen Matias und Hendri Spescha nach Paris. Für den älteren Bruder begann damit die künstlerische Laufbahn und der endgültige Aufenthalt in Frankreich. Hendri Spescha seinerseits verfasste während dieser Zeit das Hörspiel E tut quei che nus vein de retscheiver. Dieses wurde in den folgenden Jahren vom Radio Romontsch aufgenommen und 1960 ausgestrahlt.

In diesem Hörspiel behandelt Hendri Spescha zwei ineinander verwobene Themen: kritische Momente im Leben einer Arbeiterfamilie, einerseits, und anderseits der Entschluss eines der Söhne, trotz der prekären finanziellen Lage der Familie seinen Beruf aufzugeben und sich ganz der Kunst, genauer der Malerei, zu widmen. Beide Themen entsprangen der Lebenserfahrung des Autors.

Die Radiosendung hatte eine unerwartete Folge: da die Direktion der Tuchfabrik Truns, in der Speschas Vater arbeitete, sich durch das Hörspiel angegriffen fühlte, beschloss sie kurzerhand, ihren langjährigen Arbeiter fristlos zu entlassen. Die Reaktionen auf diesen Beschluss fielen heftig aus. Die Gewerkschaft der Textilbranche und der Schweizerische Schriftstellerverein nahmen sich der Sache an, und die Tuchfabrik musste sich entschliessen, die Entlassung wieder rückgängig zu machen.

Aus den Archiven des SSV konnten wir uns eine wertvolle Dokumentation zu dieser Affäre beschaffen, wofür wir dem SSV dankbar sind. Wir publizieren diese Dokumentation in dem folgenden Dossier zum Hörspiel.